Zierkirsche, japanische
Japanische Zierkirsche Prunus serrulata ist ein bekannter Zierbaum aus der Familie der Rosengewächse, der vor allem für seine üppige, meist rosa Blütenpracht im Frühjahr und seine essbaren, wenn auch kleinen Früchte bekannt ist. Dieser Artikel beleuchtet die Pflanze aus Sicht der instinktiven Rohkost.
Wissenschaftliche Namen: Prunus serrulata.
Synonyme: Sakura, Bergkirsche, Ostasiatische Kirsche.
Systematik
- Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
- Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
- Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
- Unterklasse: Rosenähnliche Rosidae
- Ordnung: Rosenartige Rosales
- Familie: Rosengewächse Rosaceae
- Gattung: Prunus
- Art: Japanische Zierkirsche
Die Gattung Prunus umfasst unter anderem die Süßkirsche Prunus avium, die Pflaume Prunus domestica und die Mandel Prunus dulcis.
Beschreibung
- Herkunft und Verbreitung: Ursprünglich in Japan, Korea und China beheimatet. Heute ist sie als einer der populärsten Zierbäume weltweit in Parks und Gärten der gemäßigten Zonen verbreitet.
- Kennzeichen: Ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von drei bis zehn Metern erreicht. Charakteristisch ist die rötlich-braune, glänzende Rinde mit deutlichen Lentizellen. Die Blätter sind eiförmig und am Rand scharf gesägt (daher der Name serrulata). Die Blüten erscheinen vor oder mit dem Laubaustrieb in dichten Clustern. Die Früchte sind kleine, dunkle Steinfrüchte, etwa erbsengroß.
Rohkosttipps und Erfahrungen
In der instinktiven Rohkost sind sowohl die Blüten als auch die reifen Früchte von Interesse. Die Blüten haben ein sehr dezentes, leicht süßliches Aroma mit einer feinen Mandelnote. Die Früchte der Wildform sind klein, besitzen wenig Fruchtfleisch und schmecken meist herb-säuerlich bis bitter-süß.
Die instinktive Sperre bei den Früchten ist aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts sehr deutlich: Ein pelziges Gefühl auf der Zunge und ein starkes Zusammenziehen der Mundschleimhaut signalisieren das Ende der Verträglichkeit. Die Kerne enthalten, wie bei vielen Rosengewächsen, Amygdalin und sollten nicht verzehrt werden.
Saison: Blütenzeit von März bis Mai; Fruchtreife je nach Standort von Juni bis August.
Lagerung/Haltbarkeit: Die Blüten sollten unmittelbar nach dem Pflücken verzehrt werden. Die Früchte halten sich kühl gelagert etwa zwei bis drei Tage, verlieren aber schnell an Spannkraft.
Nährstoffe
| Nährstoff | Gehalt in Gramm pro 100 g essbarem Anteil |
|---|---|
| Wasser | 82,0 |
| Kohlenhydrate | ca. 12,0 |
| Eiweiße | 1,0 |
| Fette | 0,3 |
| Rohfasern | 1,8 |
| Mineralstoffe | 0,5 |
| Vitamin C | 8–12 mg |
Hinweis: Die Werte beziehen sich auf die Früchte der Wildform; Zuchtsorten können abweichen.
Besondere Inhaltsstoffe
Das phytochemische Profil der Japanischen Zierkirsche ist geprägt von einer hohen Konzentration an Schutzstoffen, die den Baum widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse machen und auch im menschlichen Stoffwechsel regulierend wirken können:
- Anthocyane: Diese dunklen Farbstoffe in der Fruchthaut sind starke Antioxidantien, die Gefäße schützen und entzündungshemmende Prozesse unterstützen.
- Gerbstoffe (Tannine): Wirken adstringierend auf die Schleimhäute und können die Verdauung bei Übermaß bremsen.
- Cumarine: Verleihen insbesondere den welkenden Blättern und Blüten ihren charakteristischen, angenehmen Duft und wirken leicht entspannend.
- Cyanogene Glykoside: In geringen Spuren im Fruchtfleisch, hochkonzentriert im Kern (Vorsicht beim Stein).
Wissenswertes
- Namensgebung: "Sakura" ist der japanische Name für die Kirschblüte und steht als Synonym für die gesamte Art sowie die Kultur des Betrachtens der Blüten (Hanami).
- Heilkunde: In der traditionellen asiatischen Medizin werden Extrakte der Rinde bei Husten und Entzündungen der Atemwege eingesetzt. Die Blätter werden oft fermentiert oder in Salz eingelegt verwendet (Sakura-no-ha).
- Nutzpflanze: Das Holz der Zierkirsche ist fest und fein gemasert; es wird gerne für Schnitzarbeiten und hochwertige Möbelknäufe verwendet.
- Mythos und Geschichte: In Japan ist die Zierkirsche die Nationalpflanze. Sie ist eng mit der Samurai-Kultur verbunden, wo die fallende Blüte den frühen, ehrenvollen Tod eines Kriegers symbolisierte.
- Magie und Brauchtum: Das "Hanami"-Fest (Blütenschauen) ist ein jahrhundertealter Brauch, um die Ankunft des Frühlings und die Vergänglichkeit des Lebens zu feiern.
- Symbolik und spirituelle Deutung: Die Japanische Zierkirsche verkörpert "Schönheit und Vergänglichkeit". Sie lehrt uns, den Moment in seiner vollen Pracht zu genießen, wohlwissend, dass er nur von kurzer Dauer ist.
→ Siehe auch: Rosengewächse in der Rohkost, Instinktive Ernährung, Die instinktive Sperre