Lein, ausdauernder
Der Ausdauernde Lein Linum perenne ist eine mehrjährige Wildpflanze aus der Familie der Leingewächse, die durch ihre himmelblauen Blüten auffällt und vor allem in Trockenrasen und Steppen verbreitet ist. Dieser Artikel beleuchtet die Pflanze aus Sicht der instinktiven Rohkost.
Wissenschaftliche Namen: Linum perenne
Synonyme: Stauden-Lein, Blauer Lein, engl. perennial flax.
Systematik
- Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
- Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
- Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
- Unterklasse: Rosiden Rosidae
- Ordnung: Malvenartige Malvales
- Familie: Leingewächse Linaceae
- Gattung: Lein Linum
- Art: Ausdauernder Lein
Zur Gattung Linum gehören ca. 200 Arten, u.a. folgende in Mitteleuropa vorkommende:
- Echter Lein, Gemeiner Lein, Flachs oder Kultur-Lein Linum usitatissimum
- Gelber Lein Linum flavum
- Ausdauernder Lein Linum perenne
- Alpen-Lein Linum alpinum
- Schmalblättriger Lein Linum tenuifolium
- Klebriger Lein Linum viscosum
- Purgier-Lein Linum catharticum
Alle Arten sind essbar und können ähnlich verwendet werden. Einige sind aufgrund ihrer Bestandsgefährdung oder Unterschutzstellung von der Wildsammlung ausgenommen.
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Beschreibung
- Herkunft und Verbreitung: Ursprünglich in Europa und Westasien verbreitet, bevorzugt Trockenrasen, steinige Hänge und lichte Wälder. Durch Ansaat inzwischen auch in Nordamerika eingebürgert.
- Kennzeichen: Mehrjährige, krautige Staude mit 30–60 cm Wuchshöhe. Aufrechte, verzweigte Stängel mit schmal-linealischen, wechselständigen Blättern. Blüten hellblau bis himmelblau, mit fünf zarten Kronblättern, Durchmesser etwa 2 cm, erscheinen von Mai bis August. Früchte kugelige, etwa 5–7 mm große Kapseln, die mehrere glänzend braune Samen enthalten.
Rohkosttipps und Erfahrungen
Die Pflanze besitzt ähnlich wie der Echte Lein ölhaltige Samen, die jedoch kleiner sind und seltener gesammelt werden. Die Samen schmecken leicht nussig, sind aber roh nur in sehr kleinen Mengen bekömmlich, da auch sie cyanogene Glykoside enthalten.
Saison: Blüte von Mai bis August; Samen ab Juli reif.
Lagerung/Haltbarkeit: Samen lassen sich trocknen und lange lagern. Frische Pflanzenteile sind nur kurz haltbar.
Nährstoffe
Nährstoff | Gehalt in Gramm pro 100 g Samen (Trockensubstanz) |
---|---|
Wasser | 7,0 |
Kohlenhydrate | 28,0 |
Eiweiße | 21,0 |
Fette | 36,0 |
Rohfasern | 7,0 |
Mineralstoffe | 1,5 |
Vitamin C | 0,0 |
Besondere Inhaltsstoffe
- Leinöl (reich an α-Linolensäure, Omega-3-Fettsäure) – wirkt entzündungshemmend, unterstützt Herz-Kreislauf-Funktionen.
- Cyanogene Glykoside (v. a. Linamarin) – können in größeren Mengen Blausäure freisetzen, daher Vorsicht beim Rohverzehr.
- Schleimstoffe – wirken verdauungsfördernd und mild abführend.
- Lignane – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung.
Wissenswertes
- Namensgebung: Der Name „Lein“ leitet sich vom althochdeutschen "līn" (= Faden) ab und verweist auf die Fasern der Pflanze. Das Artepitheton perenne (= ausdauernd, mehrjährig) hebt den Unterschied zum einjährigen Echten Lein hervor.
- Heilkunde: Wie beim Kulturlein enthalten auch die Samen des Ausdauernden Leins wertvolle Schleimstoffe und Omega-3-Fettsäuren. Sie wurden in der Volksmedizin gegen Magen-Darm-Beschwerden, Husten und Hautprobleme eingesetzt. Äußerlich fanden zerstoßene Samen als Breiumschläge Verwendung, um Entzündungen und Geschwüre zu lindern.
- Nutzpflanze: Der Ausdauernde Lein wurde im Gegensatz zum Kulturlein kaum zur Faser- oder Ölproduktion genutzt, da er kleinere Samen und weniger Faserertrag liefert. Allerdings eignet er sich als attraktive Zierpflanze mit langanhaltender Blüte und wird zunehmend in naturnahen Gärten kultiviert. Er gilt außerdem als wertvolle Bienenweide.
- Mythos und Geschichte: Der Lein ist eine uralte Kulturpflanze, deren Anbau bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Der Ausdauernde Lein spielte zwar keine große Rolle im Ackerbau, stand aber in enger Verwandtschaft zum Kulturlein und wurde regional als wilde Ergänzung wahrgenommen. In manchen Gegenden galt er als Symbol für Beständigkeit und Treue aufgrund seiner mehrjährigen Lebensform.
- Magie und Brauchtum: Lein allgemein wurde in der Volksmagie häufig verwendet, z. B. als Schutzmittel gegen Hexerei oder zur Abwehr von Unheil, indem Leinsamen über die Türschwelle gestreut wurden. Ob speziell der Ausdauernde Lein eine Rolle spielte, ist nicht überliefert; wahrscheinlich wurde er in diese Tradition eingeschlossen.
- Symbolik und spirituelle Deutung: Durch seine blauen Blüten wird der Ausdauernde Lein mit dem Halschakra (Kommunikation, Wahrheit) assoziiert. Seine Beständigkeit und Robustheit verleihen ihm symbolisch die Bedeutung von Ausdauer, Stabilität und Treue.
→ Siehe auch: Instinktive Ernährung, Die instinktive Sperre