Lein, schmalblättriger
Der Schmalblättrige Lein Linum tenuifolium ist eine wildwachsende Leinpflanze aus Europa und Asien mit zarten, weißen Blüten und schmalen Blättern. Dieser Artikel beleuchtet die Pflanze aus Sicht der instinktiven Rohkost.
Wissenschaftliche Namen: Linum tenuifolium
Synonyme: Sand-Lein, Schmalblättriger Sandlein, Zarter Lein, engl. narrow-leaved flax.
Systematik
- Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
- Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
- Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
- Unterklasse: Rosiden Rosidae
- Ordnung: Malpighienartige Malpighiales
- Familie: Leingewächse Linaceae
- Gattung: Linum
- Art: Schmalblättriger Lein
Zur Gattung Linum gehören ca. 200 Arten, u.a. folgende in Mitteleuropa vorkommende:
- Echter Lein, Gemeiner Lein, Flachs oder Kultur-Lein Linum usitatissimum
- Gelber Lein Linum flavum
- Ausdauernder Lein Linum perenne
- Alpen-Lein Linum alpinum
- Schmalblättriger Lein Linum tenuifolium
- Klebriger Lein Linum viscosum
- Purgier-Lein Linum catharticum
Alle Arten sind essbar und können ähnlich verwendet werden. Einige sind aufgrund ihrer Bestandsgefährdung oder Unterschutzstellung von der Wildsammlung ausgenommen.
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Beschreibung
- Herkunft und Verbreitung: Ursprünglich in Mittel- und Südeuropa bis Westasien verbreitet; bevorzugt trockene, kalkreiche Standorte wie Trockenrasen, lichte Wälder und Hänge.
- Kennzeichen: Mehrjährige krautige Pflanze, 20–50 cm hoch. Stängel aufrecht, dünn, oft verästelt. Blätter schmal, linealisch und wechselständig. Blüten zart weiß bis rosafarben mit fünf Kronblättern, Blütezeit von Mai bis Juli. Die Früchte sind kleine, kugelige Kapseln mit mehreren glänzenden, braunen Samen.
Rohkosttipps und Erfahrungen
Die Samen des Schmalblättrigen Leins ähneln in kleinerer Form denen des Gemeinen Leins und sind prinzipiell essbar. Sie enthalten Schleimstoffe und Öle, die bei instinktivem Verzehr meist nur in sehr kleinen Mengen bekömmlich sind. Frische grüne Pflanzenteile sind wegen Bitterstoffen unattraktiv.
Saison: Samenreife im Hochsommer (Juli–August).
Lagerung/Haltbarkeit: Trockene Samen sind lange haltbar, sollten jedoch kühl und dunkel gelagert werden, da die Öle ranzig werden können.
Nährstoffe
Nährstoff | Gehalt in Gramm pro 100 g essbarem Anteil (Samen) |
---|---|
Wasser | 7,0 |
Kohlenhydrate | 29,0 |
Eiweiße | 20,0 |
Fette | 35,0 |
Rohfasern | 8,0 |
Mineralstoffe | 4,0 |
Vitamin C | – |
Besondere Inhaltsstoffe
Der Schmalblättrige Lein enthält wie andere Leinsamenarten eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe:
- Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure): Wirkt entzündungshemmend und unterstützt Herz-Kreislauf-Funktionen.
- Schleimstoffe: Fördern die Verdauung und können den Darm beruhigen.
- Lignane (Phytoöstrogene): Pflanzenstoffe mit hormonähnlicher Wirkung, die antioxidativ wirken.
- Mineralstoffe (Magnesium, Kalium, Eisen): Unterstützen Nervenfunktion, Elektrolythaushalt und Blutbildung.
Wissenswertes
- Namensgebung: Das Epitheton tenuifolium bedeutet „schmalblättrig“ und beschreibt die charakteristische Form der Blätter.
- Heilkunde: Wie andere Leinsamen-Arten können auch die Samen von Linum tenuifolium zur Verdauungsförderung und bei leichten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.
- Nutzpflanze: Aufgrund der geringen Größe und Ertragsmenge spielt der Schmalblättrige Lein keine wirtschaftliche Rolle, wird aber in naturnahen Gärten als Zierpflanze und für Insektenweiden genutzt.
- Mythos und Geschichte: Lein allgemein gilt seit der Antike als „heilige Pflanze“ für Reinheit, Textilien und Heilzwecke. Der Schmalblättrige Lein wird in der Volkskultur seltener erwähnt.
- Magie und Brauchtum: Lein galt in alten Überlieferungen als Schutzpflanze gegen Hexerei und böse Geister. Samen wurden in Beutelchen getragen oder über Haus und Hof gestreut.
- Symbolik und spirituelle Deutung: Der Lein steht symbolisch für Klarheit, Schutz und Sanftheit. In der Chakrenlehre wird er dem Halschakra (Kommunikation, Ausdruck) zugeordnet.
→ Siehe auch: Instinktive Ernährung, Die instinktive Sperre