Pokastrauch

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Pokastrauch Solanum torvum ist eine essbare Wildpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse mit stacheligen Zweigen und erbsengroßen, grünen Beeren, die in Clustern wachsen. Dieser Artikel beleuchtet die Pflanze aus Sicht der instinktiven Rohkost.

Wissenschaftliche Namen: Solanum torvum
Synonyme: Türkenbeere, Teufelsfeige, Thai-Aubergine (klein), Turkey Berry, Pea Eggplant.

Systematik

  • Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
  • Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
  • Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
  • Unterklasse: Asteriden
  • Ordnung: Nachtschattenartige Solanales
  • Familie: Nachtschattengewächse Solanaceae
  • Gattung: Nachtschatten Solanum
  • Art: Pokastrauch

Die Gattung Solanum umfasst auch die Aubergine Solanum melongena und die Tomate Solanum lycopersicum.

Beschreibung

  • Herkunft und Verbreitung: Ursprünglich aus den Tropen Amerikas (Florida bis Brasilien) stammend, ist er heute in fast allen tropischen Regionen der Welt (besonders Südostasien und Afrika) als weit verbreitetes „Unkraut“ oder Kulturpflanze zu finden.
  • Kennzeichen: Ein schnellwüchsiger, immergrüner Strauch, der bis zu drei Meter hoch wird. Die Ästchen und Blattstiele sind oft mit kurzen, gekrümmten Dornen besetzt. Die Blätter sind groß, gelappt und fein behaart. Die weißen, sternförmigen Blüten bringen zahlreiche grüne Beeren hervor, die sich bei Überreife gelb verfärben.

Rohkosttipps und Erfahrungen

In der instinktiven Rohkost werden meist die unreifen, noch grünen Beeren verzehrt. Ihr Geschmack ist charakteristisch herb-bitter und erinnert entfernt an sehr konzentrierte, kleine Auberginen.

Aufgrund des Gehalts an Solanum-Alkaloiden ist die instinktive Sperre bei dieser Pflanze besonders prägnant: Ein Umschlagen des Geschmacks von „würzig-bitter“ zu „unangenehm kratzig“ oder ein leichtes Brennen im Rachenraum zeigt das Ende der Verträglichkeit an. Viele Rohköstler schätzen die Beeren als Ergänzung zu fettreichen Mahlzeiten (z.B. mit Avocado oder Nüssen), da die Bitterstoffe den Gallenfluss anregen.

Saison: In tropischen Gebieten ganzjährig fruchtend und erhältlich.

Lagerung/Haltbarkeit: Die Beeren sind sehr robust und halten sich bei Zimmertemperatur etwa eine Woche, im Kühlschrank deutlich länger, wobei sie jedoch langsam an Knackigkeit verlieren.

Nährstoffe

Nährstoff Gehalt in Gramm
pro 100 g essbarem Anteil
Wasser 79,8
Kohlenhydrate 7,0
Eiweiße 2,3
Fette 0,3
Rohfasern 4,0
Mineralstoffe 0,1
Vitamin C 2,5–5,0 mg

Besondere Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält eine Reihe physiologisch aktiver Inhaltsstoffe:

  • Solasodin: Ein Steroidalkaloid, das als Ausgangsstoff für die Hormonsynthese dienen kann und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
  • Saponine und Flavonoide: Diese sekundären Pflanzenstoffe unterstützen das Immunsystem und wirken antioxidativ.
  • Eisen: Der Pokastrauch gilt in vielen Kulturen als herausragende Eisenquelle zur Unterstützung der Blutbildung.
  • Bitterstoffe: Fördern die Sekretion von Verdauungssäften und unterstützen die Leberfunktion.

Wissenswertes

  • Namensgebung: Der Name "Turkey Berry" leitet sich möglicherweise von der Vorliebe von Vögeln für die Früchte ab. In Thailand ist er als "Ma-khuea phuang" bekannt.
  • Heilkunde: In der Volksmedizin wird die Frucht zur Behandlung von Anämie, Bluthochdruck und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Die Wurzeln finden Anwendung bei Husten und Zahnschmerzen.
  • Nutzpflanze: Aufgrund seiner Robustheit wird der Pokastrauch oft als Unterlage für die Veredelung von Auberginen verwendet, um diese resistenter gegen Bodenkrankheiten zu machen.
  • Mythos und Geschichte: In Westafrika und Indien ist die Pflanze fest im täglichen Speiseplan verankert und gilt als Symbol für Vitalität und Schutz vor Krankheiten.
  • Magie und Brauchtum: Die dornigen Zweige werden in manchen Kulturen rituell genutzt, um "schlechte Einflüsse" abzuwehren.
  • Symbolik und spirituelle Deutung: Der Pokastrauch verkörpert die Kraft der Wehrhaftigkeit (Dornen) und die notwendige Bitterkeit im Leben, die zur inneren Reinigung führt.


→ Siehe auch: Nachtschattengewächse in der Rohkost, Instinktive Ernährung, Die instinktive Sperre